|
Aktuelle Presseberichte aus
Mosambik
Auto-Strassenraub / Überfall /Hijack an der Grenze zu
Mosambik in Südafrika auf der N2
Hallo Roland,
Die N2 ist die Hauptautobahn von Durban Richtung Norden zum Hluhluwe-Umfolozi NP, Mkuze
NP, Swaziland und weiter zum Krüger Park oder zur Mocambique Südgrenze -
...... Erst vorgestern wurde wieder ein 4x4 mit Insassen gehijckt gerade außerhalb
vom Mkuze NP. Die Wagen verschwinden über die grüne Grenze nach Mocambique.
Es ist nicht abzusehen, ob die Situation schnell besser wird, denn es gibt Zeichen,
dass die Zulu im Vorgriff auf die Präsidentenwahlen 2008 wieder eine Privatarmee
gegen den ANC aufbauen (wie schon vor den Wahlen 1994) und die Provinz KwaZulu-Natal
ungouvernable machen wollen. Im Dezember 06 hatten sich ca. 2000 Freiwillige
im Norden auf einer Farm versammelt, die alle ein militärisches Training
in Mocambique absolvieren wollten mit der (vergeblichen und nie realistischen)
Hoffnung, in die SADF eingegliedert zu werden. Zunächst wurde das abgewendet,
aber es schwelt weiter. Für 2010 (soccer) kann das ernste Probleme ankündigen.
Falls diese Freiwiligen wirklich noch militant werden, kann mit einer langwierigen
Strassenräuberei gerechnet werden. Die Anzahl, Bewaffnung und Professionalität
der Überfälle sowohl auf Zivilfahrzeuge als auch Geldtransporter hat immer
wieder auf (ex- oder aktive?) Polizei- oder SADF-Angehörige hingewiesen.
H.S.

Presseartikel
Lebensretter mit feinen Nasen
Eine belgische Organisation bildet Ratten für die Minensuche aus. Die ersten haben
kürzlich die UNO-Zulassungstests bestanden und sind jetzt in Mosambik im Einsatz.
Etwa 20.000 Menschen werden jedes Jahr Opfer von Minen
VON ISABEL GUZMÁN
Ronaldo ist von Natur aus ein nachtaktives Tier. Doch die Aussicht auf die Banane,
die als Belohnung wartet, hat ihn seine Gewohnheiten ändern lassen. Schnüffelnd
rennt das Rattenmännchen an einem glitzernden Drahtseil entlang, schiebt seine
zitternde Schnauze unter die Grasbüschel. Lehmstaub setzt sich in sein braunes
Fell. Ronaldos Mission ist nicht einfach: Er sucht nach überwucherten Landminen.
"Wir haben ihn monatelang trainiert", sagt Bart Weetjens. "Auch Gefahren
wie kreisende Vögel dürfen ihn nicht ablenken." Gebannt blickt der 39-jährige
Belgier auf das Video mit Ronaldo, das er mitgebracht hat, um potenzielle Geldgeber
zu beeindrucken. In diesen Monaten scheint sich für ihn ein Traum zu erfüllen.
17 von ihm ausgebildete Ratten haben die UN-Zulassungstests für Minensuchtiere
bestanden. Jetzt haben sie ihre Arbeit in Minengebieten im afrikanischen Mosambik begonnen.
Weetjens ist Gründer und Kodirektor der belgischen Organisation Apopo, einer Gruppe,
die in ihrer Anfangszeit Ende der 90er mehr als einmal Kopfschütteln geerntet
hat. Die Idee, eine wild lebende Rattenart mit extrem feinem Geruchssinn - Afrikanische
Riesenhamsterratten - für die Minensuche zu zähmen, schien einigen Gesprächspartnern
zunächst absurd. Als so genannte Biosensoren wurden damals ausschließlich
Hunde verwendet.
"Absurd?", fragt Weetjens und zeigt auf das Video, auf dem Ronaldo sich in
zehn Minuten 30 Quadratmeter vorangearbeitet hat, noch ohne Minenalarm zu geben. "Ratten
haben einen großen Vorteil: Sie sind billiger als Hunde!" Sie fressen weniger,
vermehren sich schneller, sind einfacher zu halten und zu transportieren.
Auch gegenüber maschinellen Techniken gebe es Vorteile, betont Weetjens. Denn
künstliche Minendetektoren reagieren auf Metall, nicht auf Sprengstoff. Bei jedem
Stück Schrott lösen sie kostspieligen Alarm aus. Ronaldos glatte, zuckende
Nase registriert dagegen das TNT, das in den Minen enthalten ist - in der unvorstellbaren
Verdünnung von zehn Femtogramm pro Liter Luft. "Herkömmliche Methoden
können wir nicht ersetzen, aber mit Sicherheit ergänzen", meint der
Aktivist.
Behutsam ziehen die Trainer, die in minensicheren Rinnen stehen, die Ratte an einer
Leine zwischen sich hin und her. So läuft das Nagetier jedes Fleckchen Erde in
dem kritischen Areal ab. Erde, die seit langem kein Mensch zu betreten wagt. In Mosambik
und anderen Krisenregionen liegen geschätzt hundert Millionen Antipersonenminen.
Etwa 20.000 Menschen werden jedes Jahr durch sie getötet oder verletzt.
Schließlich schaffte es Apopo, eine Reihe von Geldgebern von ihrer Arbeit zu
überzeugen. Zur belgischen Regierung gesellten sich unter anderem die Europäische
Union, die Weltbank, die US-Armee. Doch der Spielraum ist noch sehr begrenzt. Das bisher
Erreichte ist eher ein Tropfen auf den heißen Stein: 38 Kilometer Straße
und Böschungen sowie einige kleine Felder in Mosambik hat Apopo bislang für
minenfrei erklärt.
Stück für Stück will Weetjens die Aktivitäten ausbauen. Er blickt
auf sein Video, auf dem Ronaldo in Aufregung geraten ist. Die Ratte springt herum,
macht Männchen und scharrt immer wieder wild im Lehm. Mit äußerster
Vorsicht nähert sich ein Minenexperte und legt mit einem Spaten eine rostige,
handtellergroße Landmine frei. "Sehen Sie jetzt, wieso Ratten diese Arbeit
machen sollten?", ruft Weetjens den Zuschauern zu. "Sie wiegen maximal 1,5
Kilogramm." Damit sei es so gut wie unmöglich, dass die Tiere selbst die
Mine auslösen. EPD
taz Nr. 7746 vom 19.8.2005, Seite 10, 126 Zeilen (TAZ-Bericht), ISABEL GUZMÁNEPD
Kinder werden ermordet, um Organe zu entnehmen
Trotz internationaler Proteste: Schwestern in Mosambik weiter bedroht
Die Servitinnen von Nampula haben das grausame Schicksal von Kindern in Mosambik bekannt
gemacht. Dennoch werden weiter verstümmelte Kinderleichen aufgefunden.
Sarima Iburamo war mit ihrer Freundin unterwegs auf den Markt. Dort wollten sie Bananen
verkaufen. Als die beiden Elfjährigen von zwei jungen Männern angesprochen
wurden, die alle ihre Bananen kaufen wollten. Erfreut über den Geschäftserfolg
trennten sich beide. Die Freundin wollte weitere Bananen für den Markt holen,
Sarima mit den beiden Fremden zu Hause den Verkauf abwickeln. An jenem 12. Oktober
2002 wurde sie jedoch nicht wieder gesehen. Als tags darauf Sarimas Leiche entdeckt
wird, fehlen ihr Augen, Zunge, Eingeweide und Genitalien.
Das ist einer von mehreren Dutzend Berichten, wie ihn Sr. Juliana seit zwei Jahren
in Nampula zusammengetragen hat, berichtete P. Patrick Carroll vergangene Woche
bei der Internationalen Studientagung von Missio austria. Denn das Mater Dei-Kloster
der Servitinnen ist zum Zentrum im Kampf gegen Kinderhandel in Nampula geworden. Dort
suchen viele Rat und Unterstützung, die ihnen von der Polizei verweigert wird.
Auch Sarimas Eltern war es so ergangen. Die Polizei drängte sie, die verstümmelte
Leiche sofort zu begraben. Als die Familie eine gerichtsmedizinische Untersuchung beantragte,
verlangte die Polizei dafür Geld. Und zwar so viel, dass Sarimas Eltern das nie
zahlen konnten. Deshalb gab es keine polizeilichen Ermittlungen.
Schon vor der umfassenden Tätigkeit der Servitinnen hatte im Jahr 2001 Doraci
Edinger Alarm wegen Kinderhandel geschlagen. Wie ernst das damit verbundene Klima der
Einschüchterung war, zeigte der 21. Februar 2004. Die evangelische Diakonin wurde
vor ihrem Haus ermordet aufgefunden. Zwar sind seither sechs Personen wegen des Mordes
an der 53-jährigen Edinger verhaftet worden, doch die Motive, die zur brutalen
Bluttat geführt haben, sind bis heute ungeklärt. In dem Klima der Einschüchterung
leben auch die Servitinnen. P. Carroll: Auch heute werden die Schwestern von
bedrohlich wirkenden, bewaffneten Männern verfolgt.
Durch internationalen Druck, der seit Jänner 2004 von den Serviten organisiert
wurde,vor allem auf die Regierung von Mosambik, habe sich zwar die Situation entspannt.
Aber es verschwinden immer wieder Kinder im Norden des Landes. Noch immer werden
verstümmelte Kinderleichen gefunden, berichtet Pater Patrick. Dutzende derartiger
Kinderleichen wurden bereits gefunden. Was ist mit den Organen geschehen? Zweifellos
wurden einige bei traditionellen afrikanischen Ritualen in Mosambik verwendet. Und
es wird vermutet, dass sie zum gleichen Zweck auch in Nachbarländer verkauft wurden.
Aber es ist auch nicht unwahrscheinlich, dass Kinder lebend verkauft werden, um sie
später unter hygienischen Bedingungen zu Organspendern zu machen.
Weil dieser Handel jedoch im Geheimen stattfindet, ist er schwer nachweisbar,
beklagt P. Carroll.
3000 Kinder täglich verkauft
Hintergrund
Mosambik ist nur ein Stein im Puzzle des globalen Kinderhandels, ist P.
Patrick Carroll überzeugt. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, UNICEF,
hat vergangene Woche Zahlen vorgelegt, denen zufolge weltweit täglich 3000 Mädchen
und Buben von Menschenhändlern verkauft werden. Die allermeisten landen in der
Prostitution.
Immer mehr minderjährige Opfer kommen aus osteuropäischen Ländern. So
habe in Moldawien der Menschenhandel inzwischen epidemische Ausmaße erreicht.
Für einen Kaufpreis von weniger als 200 Euro landen die Kinder in
den Fängen professioneller Zuhälter.
Selbst in Tschechien gehört für viele Kinder im Grenzgebiet Kinderprostitution
zum normalen Alltag. Dies zeigt eine Studie, die UNICEF im Juni vorgestellt hat. Demnach
berichtet jedes siebte Kind in der Stadt Cheb davon, dass ihm einmal ein Erwachsener
Geld für Sex angeboten habe. Und von den 844 befragten Kindern in der grenznahen
Stadt gab bereits jedes Dritte an, selbst Kinderprostitution gesehen zu haben. Es
ist schockierend, dass wir es nicht einmal in Europa schaffen, Kinder vor Prostitution
zu schützen, sagt Gudrun Berger von UNICEF Österreich. Gemeinsam haben
UNICEF Österreich, Deutschland und Tschechien sowie die Kinderrechtsorganisation
ECPAT die Regierungen aufgefordert, die sexuelle Ausbeutung von Kindern in der Mitte
Europas wirksamer zu bekämpfen.
Nampula
Stichwort
Im Norden von Mosambik gelegene Stadt mit rund 500.000 Einwohnern. Die drittgrößte
Stadt des südostafrikanischen Landes ist das Handelszentrum Mosambiks. In einer
Region mit Baumwoll- und Gemüseanbau lebt die Mehrheit der Bevölkerung vom
Ackerbau, der zum Eigenbedarf betrieben wird. Seit Jahren verschwinden Kinder oder
werden tot aufgefunden.
19.7.2005, Walter Achleitner
Cholera kills 5 in Maputo
Jan 06 2004 08:54:47:280PM
A cholera outbreak has claimed five lives out of about 220 cases in the Mozambique
capital Maputo since Christmas.
Maputo - A cholera outbreak has claimed five lives out of about 220 cases in the Mozambique
capital Maputo since Christmas, a senior health official said on Tuesday.
Deputy national health director Avertino Barreto told AFP that between 30 and 40 people
were admitted daily to the cholera treatment ward of the government-run Mavalane hospital,
one of the city's largest health facilities.
"The situation in Maputo city is very worrying as we have received many cases
not only from around (here) but also from the rural districts of the province,"
Barreto said.
He warned that the situated could be aggravated due to faulty water supplies and insanitary
conditions in many suburbs of the city.
Barreto also reported an outbreak in the central port city of Beira.
"Between five and eight people are admitted to Beira hospital every day,"
he said.
Beira, which usually suffers from a cholera epidemic every year, is currently benefitting
from a trial vaccination programme, which could be extended to other parts of the country
if it proves to be effective.
top
Fast 300 Cholera-Tote im Süden Afrikas
GENF - Eine Cholera-Epidemie in sechs südafrikanischen Ländern hat seit Dezember
297 Menschen das Leben gekostet. Wie die Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf mitteilte,
haben sich mehr als 14 400 Menschen infiziert, allein 9400 in Mosambik.
Hauptgrund sei der Mangel an sauberem Trinkwasser. Betroffen von dem Cholera-Ausbruch
sind Burundi, Kamerun, Mali, Mosambik, Sambia und Südafrika.
Bei der hoch infektiösen, von Bakterien verursachten Krankheit kommt es nach einer
Inkubationszeit von ein bis fünf Tagen zu Durchfall und Leibesschmerzen. Starker
Flüssigkeitsverlust kann Kreislauf- und Nierenversagen auslösen und zum Tod
führen.
Bei rechtzeitiger Behandlung mit Flüssigkeits- und Mineralienzufuhr und Antibiotika
ist die Sterblichkeit bei Cholera gering.
top
|