Anmerkungen zur Sambia Route 6

Die Strecke sind wir im Frühjahr gefahren. Vorbereitetet waren wir mit den GPS-Punkten eines anderen Anbieters. Begonnen hatten wir die Strecke in Luangwa. Die gelieferten Punkte stimmten am Abzweig, so dass es am Anfang auch recht gut aussah. Je weiter wir aber vorwärts kamen, desto unsicherer und unübersichtlicher wurde die Strecke. Zu einen war der Weg durch Gras, und nachgewachsene Bäume kaum sichtbar, zu anderen landeten wir auch gelegentlich in einem Dorf wo einfach der Weg aufhörte. GPS-Daten gab es hier keine mehr. Allerdings gelang es uns immer eine Fortsetzung des Weges zu finden. Schließlich, am frühen Nachmittag kamen wir auch offensichtlich im Nationalpark an. Da war ja auch ein Wegpunkt, der unser Ziel war und auf den die Strecke zulief. Nach einigen Flussdurchquerungen, meist ohne Wasser, kamen wir diesem Punkt bis auf wenige km nahe. Doch zwischen uns und diesem Wegpunkt war ein grosser, noch schlammiger Fluss an dessen Ufer eine große Büffelherde stand.

Es blieb also nichts anderes übrig - da mussten wir durch. Also suchten wir die beste Stelle und schafften es auch. Sogar die Böschung kamen wir hoch. Mitten im Dickicht zeigte unser GPS (mit Außenantenne), dass wir den Punkt erreicht hatten. Doch da war nichts. Wütend und enttäuscht kämpften wir uns mit dem Auto durch Dickicht und stachlige Büsche. Wir umrundeten so weit es ging den beschriebenen Wegpunkt. Da war doch ein Punkt und da sollte ein Weg sein ! Doch irgendwann mussten wir erkennen, da ist nichts. Die Punktposition ist reine Phantasie und wohl aus einer Karte entnommen.

Also ging es wieder zurück durch den schlammigen Fluss. Die Büffelherde stand noch und zeigte sich friedlich. Auch dieses mal kamen wir mit Hilfe von Diff-Sperre und mit etwas Glück wieder durch den Fluss. Nun gings den Weg zurück, bis zu einer Lichtung. Es wurde bereits dunkel und wir mussten - ob wir wollten oder nicht nun langsam ans übernachten denken. Kaum hatten wir unser Dachzelt hochgekurbelt, da brach auch schon die Dunkelheit über uns herein. Nichts wie ins Zelt. Wenige Minuten hatten wir es uns bequem gemacht, da fingen direkt neben uns die Hyänen mit ihrem Geheule an. Das ging die ganze Nacht.

Sobald es hell war krochen wir hervor und flüchteten uns schnell ins Auto. Zuerst fuhren wir mit dem offenen Zelt einige Meter um etwas Abstand zu den Hyänen zu gewinnen. Dann bauten wir das Zelt zusammen und versuchten immer noch wütend auf den falschen Wegpunkt unsere Situation zu analysieren.

Mit Hilfe unserer Datenaufzeichnungen von früheren Parkbesuchen wussten wir sehr genau wo wir uns befanden. Die Computergestützte Realtime-Navigation mit Hilfe von Ozi-Explorer und kalibrierten Karten leistete nun wertvolle Hilfe. So erkannten wir schnell. daß wir von einer in den Vorjahren besuchten Stelle nur rund 15 km entfernt waren und es eine gute Chance gab, diesen Punkt auch zu erreichen. Dieses gelang dann auch recht schnell und wir konnten auf bekannten Pfaden in Richtung Zambesi fahren. Kurz vorher gab es aber dann nochmals ein deutliches Hindernis. Ein Fluss war noch so hoch und schlammig, dass das Durchfahren offensichtlich risikohaft war. Da aber auf der andern Seite genügend Bäume waren gingen wir dieses Risiko ein und wir kamen durch. Auch die Winde brauchten wir nicht.

Es sollte nun noch bis zum Nachmittag dauern, bis wir das Gate am Chongwe-River erreichten. Einen Tag mussten wir zahlen.

Fazit:

Die Navigationsprobleme sind mit unserer Trackaufzeichnung ausgeräumt. Allerdings empfehlen wir jedem, die Strecke doch zur Sicherheit mit 2 Fahrzeugen anzugehen. Dabei sind die fahrtechnischen Herausforderungen nicht einmal so hoch. Aber die Abgelegenheit und die Einsamkeit lassen zum 2. Fahrzeug raten. Wir würden die Strecke übrigens wieder fahren und möchten das Abenteuer nicht mehr missen. Es war halt Afrika pur, wie es in Namibia, Botswana oder Südafrika längst nicht mehr der Fall ist.

Gerne beantworten wir weitere Fragen.


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