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Aktuelles zur Sicherheitslage
Kenia
Problemgebiete
Auswärtiges Amt:
Kenia Sicherheitshinweise
In Kenia sind terroristische Anschläge nach wie vor nicht auszuschließen..
Es wird zu besonderer Vorsicht und Wachsamkeit geraten, insbesondere auf öffentlichen
Plätzen, an religiösen Stätten sowie beim Besuch von westlichen Einrichtungen
und touristischen Sehenswürdigkeiten.
Die Durchführung der Sicherheitskontrollen an den kenianischen internationalen
Flughäfen Nairobi Jomo Kenyatta und Mombasa Daniel arap Moi
gibt zu Bedenken Anlaß, ob sie internationalem Standard entspricht. Vorkommnisse
der jüngsten Vergangenheit lassen jedenfalls an ihrer Effizienz zweifeln. Die
Sicherheitskontrollen am regionalen Flughafen Nairobi-Wilson, Ausgangs- und Zielpunkt
zahlreicher "flying safaris" in Kenia, über den aber auch sämtliche
Flüge nach und aus Somalia abgewickelt werden, entsprechen nicht dem europäischen
Standard und werden als unzureichend eingeschätzt. Anlaß zu erheblicher
Besorgnis besteht vor allem wegen der mangelhaften Sicherheitskontrollen der Flugverbindungen
von/nach Somalia.
Eine erhöhte Gefahr, Opfer von bewaffneten Überfällen zu werden, besteht
in den nördlichen und nordöstlichen Landesteilen Kenias sowie in der Küstenregion
nördlich von Malindi und auf den Reiserouten auf dem Landweg in die Nordostprovinz
sowie in die nördliche Küstenprovinz. Reisen in diese Gebiete, vor allem
nach Lamu, sollten mit dem Flugzeug durchgeführt werden. Bei Fahrten mit dem Auto
in die vorgenannten Regionen sollte unbedingt der Schutz in einem bewachten Konvoi
gesucht werden. Sporadisch werden Aktivitäten von Banditen im Grenzgebiet zwischen
Kenia und Tansania in der Region des Natron-Sees, Namanga und des Amboseli-Parks gemeldet.
Bei selbst organisierten Fahrten sollte die Route so geplant werden, dass das Ziel
noch bei Tageslicht erreicht wird. Nachts besteht die Gefahr bewaffneter Überfälle.
Auch kann sich der teilweise schlechte Straßenzustand als unüberwindliches
Hindernis erweisen. Überlandfahrten mit öffentlichen Bussen oder den "Matatus"
genannten Kleinbussen sollten vermieden werden. Die Fahrzeuge sind teils nicht in verkehrssicherem
Zustand.
Individualtouristen, die die Nationalparks ohne Reisegruppenbetreuung besuchen, sollten
in den vorhandenen Lodges oder auf bewachten Campingplätzen übernachten.
Vor individuellen Ausflügen bei den Reise- und Hotelleitungen am Ort eingeholte
Informationen erlauben eine bessere Lagebeurteilung und Risikoabwägung.
Die Innenstädte Nairobis und Mombasas sollten nachts generell, bestimmte Gegenden
des Stadtinnern Nairobis (dazu gehören River Road, Tom Mboya Street, Machakos
Bus Terminal) möglichst auch bei Tag gemieden werden. Touristen sollten keine
Wertsachen sichtbar mit sich tragen. Bei Spaziergängen an Stränden nach Einbruch
der Dunkelheit und außerhalb der Hotelanlagen besteht eine erhöhte Gefahr,
überfallen zu werden. Raubüberfälle auf Autofahrer, teilweise verbunden
mit der Wegnahme des Fahrzeugs ("Car-Jacking"), sowie auf Fußgänger,
nehmen zu, insbesondere in Nairobi und anderen größeren Städten.
Telefonnummern:
Deutsche Botschaft in Nairobi: (00254-20) 426 21 00 und 445 17 02
Internet: www.nairobi.diplo.de
e-mail: info@nair.diplo.de
Büro des Honroarkonsuls in Mombasa: (00254-41) 222 87 81e-mail: mombasa@germanconsul.com
Dramatischer Kampf ums Wasser in Kenia
Im Trockengebiet rund um den salzigen Turkana-See im Norden Kenias ist Wasser seit
jeher ein knappes Gut. Seit einem Jahr jedoch hat es nun nicht mehr geregnet, und das
hat die Lage dramatisch verschärft. In der Grenzregion zu Uganda und Äthiopien
kämpfen die Menschen buchstäblich ums Überleben. Die ersten Toten hat
es bereits gegeben.
Kugelhagel am See
Ebenyou Lokitare hat noch einmal Glück im Unglück gehabt. Der junge Fischer
aus dem kenianischen Dorf Lowerengak - rund 600 Kilometer nördlich der Hauptstadt
Nairobi - war mit einem Freund auf dem See, als sie plötzlich angegriffen wurden.
"Wir waren schon seit drei Tagen auf dem See, hatten aber noch keine Fische gefangen",
erzählt er. "Dann, morgens um vier, bin ich durch Schüsse aufgewacht.
Ich wurde am Arm verletzt, mein Freund wurde getötet." Zwei weitere Fischer
wurden getötet, ein dritter gilt als vermisst. Die Kenianer hatten sich zu weit
in den Norden gewagt und waren von äthiopischen Stämmen angegriffen worden.
Flüsse komplett ausgetrocknet
Vorfälle dieser Art sind hier inzwischen keine Seltenheit mehr. Durch die anhaltende
Trockenheit in der Region um den salzigsten See Afrikas sind die Flüsse komplett
ausgetrocknet. Zudem wird das Wasser des äthiopischen Flusses Omo, der in den
Turkana-See mündet, zunehmend in Äthiopien in Bewässerungssysteme geleitet.
Die Fische ziehen sich deswegen immer weiter in den Norden oder in größere
Wassertiefen zurück, und die Fischer versuchen, ihnen zu folgen.
Im Nordwesten der Region zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Turkana-Stämme,
die in Kenia leben, ziehen über die Grenze ins fruchtbarere Uganda, weil ihnen
in ihren Heimatdörfern das Wasser ausgeht. "Diese Trockenheit bedroht unser
Leben", sagt Akaru Lomukuny aus dem Dorf Kalopeto. In der Steppen- und Wüstengegend
leben rund 500.000 Viehzüchter und Fischer vom Stamm der Turkana. Und zurzeit
bleiben ihnen nur zwei Alternativen: Entweder hungern und dursten. Oder nach Uganda
gehen, wo der Kriegsstamm der Dodoth regelmäßig die Flüchtlinge überfällt.
Viele wurden erschossen
Die 28-jährige Esinyen Lopidar berichtet, wie sie im Januar überfallen wurde,
als sie mit einer Gruppe von Dorfbewohnern aus Uganda Wasser holen wollte. "Viele
Menschen sind erschossen worden, und ich habe gesehen, wie eine Frau vergewaltigt wurde",
sagt sie.
Schwer bewaffnet auf Fischfang
In Lowerengak, wo die Menschen stets vom Fischfang gelebt haben, satteln viele mittlerweile
um. Sie arbeiten für Somalier, die zwischen den Ufern Handel treiben, oder sie
verkaufen Holzkohle und Brennholz. "Die kenianischen Fischer müssen weit
auf den See hinausfahren und in großer Tiefe fischen, doch dafür fehlt ihnen
die Ausrüstung", sagt George Otim von der britischen Hilfsorganisation Oxfam.
Außerdem müssten sie inzwischen schwer bewaffnet auf Fischfang gehen, "falls
sie auf Äthiopier treffen". Manche seien gezwungen, bis auf den Fluss Omo
zu fahren, wodurch sie in ein gefährliches Gebiet mit andauernden ethnischen Spannungen
gerieten.
Selbst für Sicherheit sorgen
"Wer weit auf den See hinausfährt, muss eigentlich von kenianischen Sicherheitskräften
eskortiert werden", sagt der 62-jährige Fischer Emmanuel Ekalale. Doch die
seien nicht verfügbar. Deshalb helfen sich die Fischer jetzt selbst. Zwei Männer,
die ihr Fischernetz vorbereiten, haben eine Begleitung angeheuert: ein halbwüchsiger
Junge mit einer Kalaschnikow auf den Schultern.
Name: Turkanasee
Zweitname: Rudolfsee
Lage: Ostafrika
Länder: Kenia
Fläche 6.405 km²
Maximale Tiefe: 73 m
Wasseroberfläche: 375 m ü. NN
Maximale Länge: 258 km
Maximale Breite: 48 km
Zuflüsse: Omo, Turkwel
Abflüsse: keine
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