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Aktuelle Presseberichte aus Zambia

 


Drahtzieher der Anschläge von London gefasst

29.07.2005 /30.7.2005

Aids Report

05.03.2005

Angola Flüchtlingsrückführung

08/08/2005

Victoria Fälle 150 Jahre

Aids in Sambia

18.11.2005

14.07.2004

200 Zim-Farmer in Zambia

Grenzüberschreitender Naturpark

25.11.2005

24.08.2004


11/2006

Nach dem Eherecht von Sambia bleiben bei der Scheidung die Kinder, das Haus und die bewegliche Habe beim Mann; die Frau jedoch, seit der Reform von 2002, nicht.
Das belgische Strafrecht sieht vor, dass auch unbegangene Straftaten weltweit verfolgt werden müssen.

In Sambia ist offenbar der Drahtzieher der Anschläge von London gefasst worden.

Auf seinem Handy sollen Gespräche mit den Attentätern vom 7. Juli registriert worden sein.
Terror in London
In Sambia ist ein Verdächtiger festgenommen worden, bei dem es sich um den Drahtzieher der Anschläge in London vom 7. Juli handeln könnte. Laut Medienberichten handelt es sich um den 30-jährigen Haroon Rashid Aswat.

Wie der Sender CNN berichtet, haben Ermittler festgestellt haben, dass auf dem Mobiltelefon des aus Indien stammenden Briten mehrere Anrufe der Attentäter eingegangen sind.

Nach Informationen des Senders hatte sich Aswat bereits vor den Anschlägen von London in Südafrika aufgehalten. Er habe dort unter US-Überwachung gestanden, weil er versucht haben soll, im US-Bundesstaat Oregon ein Trainingscamp für Terroristen aufzubauen, hieß es.

Mehrere Wochen vor den Anschägen in London sei ein Ersuchen der USA an Südafrika, den Verdächtigen festnehmen zu dürfen, aufgrund dessen britischer Staatsangehörigkeit an Großbritannien weitergeleitet worden, berichtet CNN. Dort sei der Antrag aber abgelehnt worden. Nun verhandelten mehrere Länder darüber, wer Aswat verhören wird. (nz)


30.07.2005 20:26
Sambia liefert Terrorverdächtigen an London aus

Sambia wird nach Angaben eines Geheimdienstvertreters den Terror-Verdächtigen Haroon Rashid Aswad an Großbritannien ausliefern. In Medienberichten war Aswad mit der ersten Serie von Bombenanschlägen, bei denen am 7. Juli in London mehr als 50 Menschen starben, in Zusammenhang gebracht worden.

"Der für innere Angelegenheiten zuständige Minister hat eine Anweisung für Aswads Abschiebung unterschrieben", sagte ein Geheimdienstvertreter am Samstag in Sambia. Britische Vernehmungsbeamte seien am Samstag in der Hauptstadt Lusaka angekommen und hätten bereits mit Aswad gesprochen, fügte der Geheimdienstmitarbeiter hinzu. Aswad werde den britischen Anti-Terror -Einheiten übergeben, sobald die Formalitäten erledigt seien. Zwar bestehe kein Auslieferungs-Abkommen zwischen beiden Ländern, Sambia könnte sich jedoch auf ein solches Abkommen mit dem Commonwealth berufen.

Medienberichten zufolge soll Aswad neben den Anschlägen auf Londoner U-Bahnen und einen Bus auch an dem Versuch beteiligt gewesen sein, ein Trainingslager für Extremisten in den USA aufzubauen. Ein britischer Sicherheitsvertreter sagte, Aswad könnte für US-Ermittler von größerem Interesse sein als für das Team, welches die Anschläge von London untersucht. Ein US-Vertreter hatte in der vergangenen Woche erklärt, es gäbe keine Beweise für eine Verbindung zwischen Aswad und den Anschlägen in London.

Einem Polizei-Vertreter in Sambia zufolge befand sich Aswad am Samstag noch unter Aufsicht der Landesbehörden. Aswad sei am 6. Juli nach Sambia eingereist und 14 Tage später in Lusaka festgenommen worden.

Nach US-Medienberichten wurden die Ermittler auf Aswat aufmerksam, weil er insgesamt 20 Telefonate mit den vier Selbstmord-Attentätern von London führte. Die Londoner "Times" berichtete am Samstag, Aswat sei zeitweise ein Leibwächter des Al-Kaida-Anführers Osama bin Laden gewesen. Die US-Bundespolizei FBI betrachte Aswat als "Schlüsselfigur" des Terror-Netzwerks Al Kaida.
Lusaka (APA,ag.)



Sambia und Malawi errichten riesigen Naturpark

Im südlichen Afrika entsteht der vierte Naturschutzpark, der von mindestens zwei Ländern verwaltet wird. In der Region zwischen Sambia und Malawi sollen für Elefanten und Co. die Grenzen fallen. Die Wälder, Savannen und Sumpfgelände weisen eine reiche Artenvielfalt auf.
AP
Elefanten und Antilopen in Botswana: Im südlichen Afrika wird ein weiterer grenzüberschreitender Nationalpark eingerichtet
Johannesburg - Die Regierungen von Sambia und Malawi einigten sich auf das Errichten eines gemeinsam verwalteten, über 35.000 Quadratkilometer großen, teilte die in Südafrika ansässige Stiftung Peace Parks mit. Damit soll der geplante Park etwa so groß wie Nordrhein-Westfalen werden.

Das ist die vierte derartige Einrichtung nach dem aus dem Krüger-Nationalpark hervorgegangenen grenzüberschreitenden Großen Limpopo-Park (zwischen Südafrika, Mosambik und Simbabwe), dem Kgalagadi-Park (Südafrika/Botswana) und dem Ai-Ais/Richterveld-Park (Südafrika/Namibia). Zugleich ist es der erste grenzüberschreitende Park, an dem Südafrika nicht beteiligt ist.

DER SPIEGEL
Gemeinsamer Nationalpark: Malawi grenzt im Westen an Sambia
Die von den Tourismusministern Sambias, Patrick Kalifungwa, und Malawis, Ken Lipenga, unterzeichnete Absichtserklärung macht den Weg frei für den Aufbau von Strukturen und die Suche nach internationalen Sponsoren. Als Erstes wurde ein Koordinator bestimmt, der den Kampf gegen die in beiden Ländern aktiven Wilderer zusammenführen soll. Bisher konnten Wilderer oft ungestraft entkommen, da die Polizei die Grenze zum jeweiligen Nachbarstaat nicht überqueren durfte. Ferner wurden Untersuchungen über die Wanderbewegungen der in dem Gebiet vorkommenden Elefanten eingeleitet.

Im Dezember 2005 sollen dann die Staatschefs beider Länder offiziell die Gründungsurkunde für den Park unterzeichnen.

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Drastische Verkürzung der Lebenserwartung in manchen afrikanischen Länder

Wegen der Immunschwächekrankheit Aids beträgt die Lebenserwartung in manchen afrikanischen Ländern nur noch rund 33 Jahre. Vor allem aufgrund der Viruserkrankung hätten 13 Sub-Sahara-Staaten seit 1990 „dramatische Rückschläge“ in ihrer Entwicklung hinnehmen müssen, erklärte das UN-Entwicklungsprogamm (UNDP) am 14. Juli bei der Welt-Aids-Konferenz in der thailändischen Hauptstadt Bangkok.

In sieben dieser Länder habe die Zunahme von Aids-Erkrankungen die Lebenserwartung auf unter 40 Jahre gedrückt. Am stärksten betroffen sei Sambia, wo 16,5 Prozent der Erwachsenen an der Krankheit leiden.

Den Angaben zufolge hat ein 1990 in Sambia geborenes Kind die statistische Chance, 47,4 Jahre alt zu werden - Kinder des Jahrgangs 2002 dagegen haben eine statistische Lebenserwartung von nur noch 32,7 Jahren. Auch in Simbabwe ist die Lebenserwartung wegen Aids im selben Zeitraum von 56,6 auf 33,9 Jahre gesunken; in Swasiland von 55,3 auf 35,7 Jahre.

Rund 25 Millionen der schätzungsweise 38 Millionen Menschen mit dem HI-Virus leben in Afrika. Seit der Entdeckung der Krankheit vor 23 Jahren starben etwa 20 Millionen Afrikaner an der Immunschwächekrankheit. /afp
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Freiwillige Rückführung von angolanischen Flüchtlingen aus dem Kongo und Sambia durch den UNHCR

Der letzte Konvoi mit dreihundert angolanischen Flüchtlingen ist aus der südkongolesischen Region Kiesenge gestern am 30. Mai 2005 in Angola angekommen. Damit endet eine weitere Etappe im Rückkehrprogramm des UNHCR für angolanische Flüchtlinge, die bereits seit zwanzig Jahren im Exil leben. Auch aus Sambia erfolgen Flüchtlingsrückführungen. Bisher sind seit dem Friedensabkommen aus dem Jahre 2002 bereits 310.000 Flüchtlinge nach Angola zurückgekehrt.

Die drei Flüchtlingssiedlungen, die 2002 mit 48.700 Menschen ihren Höchststand hatten, wurden mit fünfzehn Bussen des UNHCR nun aufgelöst. Damit beginnt für die Flüchtlinge, (Lexikon Migrationsrecht)die lange im Exil zugebracht haben, wieder ein Leben in ihrem eigenen Land.
Angola ist ein von 37 Jahren Krieg gezeichnetes Land. Nachdem zwischen 1965-1975 der Befreiungskrieg gegen die Kolonialmacht Portugal tobte, führten starke Rivalitäten zwischen den verschiedenen Befreiungsbewegungen und unter Einfluss des kalten Krieges zu einem Bürgerkrieg, der –mit einigen Unterbrechungen- weitere 27 Jahre andauerte. Erst im Jahre 2002 erfolgte das Friedensabkommen zwischen Rebellen und der Regierung. Seitdem hat sich die Lage in der Republik Angola weitgehend stabilisiert, so dass viele der Vertriebenen und Flüchtlinge hoffen, fortan friedlich am Aufbau ihrer Heimat mitzuwirken. Insgesamt waren während des Krieges rund 440.000 Angolaner in die Nachbarstaaten geflohen, und viele Millionen Menschen waren landesintern vertrieben worden.
Die Vollendung der von der UN-Flüchtlingsbehörde UNHCR organisierten Rückführung aus der Region Kisenge stellt die zweite Schließung eines Angolanischen Flüchtlingsstützpunktes in der Demokratischen Republik Kongo dar, nachdem Ende März 2005 bereits die Lager in Ngidinga aufgelöst worden waren. Seit seinem Beginn im Jahre 2003 haben insgesamt ca. 42.000 Angolanische Flüchtlinge an dem freiwilligen Rückführungsprogramm teilgenommen. Nachdem die meisten dieser Menschen im Jahre 1984 durch den Busch in den Kongo flohen, kehren sie nun mit neuen Hoffnungen und einem kleinen Hausstand in ihre alte Heimat zurück.
Kongolesische Bewohner von Kisenge sagen, dass sie die angolanischen Arbeiter und die Präsenz des UNHCR gleichermaßen vermissen werden, die während der vergangenen zwanzig Jahre integraler Bestandteil der Gemeinschaft geworden seien. Der UNHCR lässt sechs voll ausgestattete Schulen mit 165 Klassenzimmern und Infrastruktur, insbesondere im medizinischen Bereich zurück, wovon die kongolesische Gemeinde nun profitieren soll.
Rund 600 angolanische Flüchtlinge haben entschieden, in ihrer neuen Heimat Kisenge zu bleiben. Einige werden für immer in der DR Kongo bleiben, andere warten bis ihre Kinder die Schule beendet haben, bevor sie auf eigene Faust nach Angola zurück kehren möchten.
Schwierigkeiten der Heimkehr liegen vor allem in den schlechten Straßenverhältnissen und in der Gefahr der Landminen. Auch das neuerliche Ausbrechen des Marburg-Virus in der angolanischen Provinz Uige behindert die Rückkehr in diesen Teil des Landes.
Das freiwillige Rückführungsprogramm von angolanischen Flüchtlingen wird hinsichtlich anderer Flüchtlingsstätten einige hundert Kilometer nordwestlich von Kisenge aus den Provinzen Bandundu und Bas Congo fortgeführt. Derzeit leben noch schätzungsweise 22.000 angolanische Flüchtlinge in Lagern und Siedlungen in der DR Kongo. Dazu kommen weitere geschätzte 72.000 Flüchtlinge (Lexikon Migrationsrecht), die sich selbständig im Kongo angesiedelt haben.
Seit der Unterzeichnung des Luena Friedensabkommens im Jahre 2002 sind bereits über vier Millionen Binnenvertriebene in ihre Heimatgebiete zurückgekehrt. Von den vielen hundert tausend internationalen Flüchtlingen sind schon 310.000 Menschen nach Hause zurückgekehrt. Beinahe 180.000 Flüchtlinge haben dabei die Dienste des UNHCR und seiner Partner in Anspruch genommen. Erst am 10. Mai 2005 hatte der UNHCR gemeinsam mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 80 angolanischen Flüchtlingen aus Sambia die Rückkehr nach Angola ermöglicht. Allein im Jahre 2005 sollen auch aus Sambia weitere 34.000 Flüchtlinge nach Angola rückgeführt werden.
Nachdem das Land nun Frieden gefunden zu haben scheint und für das Jahr 2006 auch demokratische, friedliche Wahlen angesetzt sind, ist mit der Rückführung der Menschen und der sog. „man power“ eine weitere Voraussetzung für den wirtschaftlichen Aufschwung von Angola gesetzt. Gemeinsam mit der allerorts diskutierten und angekündigten Erhöhung der Mittel für Entwicklungszusammenarbeit ist zu hoffen, dass die wirtschaftliche Entwicklung in einem der ärmsten Länder Afrikas schnell voranschreitet.
von Daniel Naujoks

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Cholera closes Zambian market

Jan 29 2004 01:46:16:467PM

Cholera has infected 500 and killed 11 people in Zambia, prompting the closure of the busy Soweto market in central Lusaka.

Lusaka - A cholera outbreak has forced the Zambian government to shut down the country's largest market in Lusaka, it announced in a statement Thursday.

"Due to the current outbreak of cholera in the city, you are hereby notified that Soweto market has been declared an infected area," local government minister Sylvia Masebo said in a media statement.

Soweto, an over-crowded market in the centre of the capital, is mainly used by farmers and traders from all over the southern African country to sell produce at low prices.

Masebo said the market would be closed from Tuesday next week to allow the government to carry out "remedial measures", and urged traders to try to sell all their produce before then.

Zambia has been struggling to deal with an increasing number of cases of the water-borne disease following an outbreak in November.

The health ministry said at the beginning of January that nearly 500 cholera cases and 11 deaths had been reported since November.
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Opinion


THE delays in implementing reduced fuel prices by some filling stations in Lusaka is totally unacceptable. Why is it that each time there is an upward adjustment in fuel prices, pump prices also change almost immediately.

In the same vein, Oil Marketing Companies (OMCs) have an obligation to instruct filling station owners not to delay in passing on the new cost to the consumer.

The Energy Regulation Board (ERB) announced the reduction in prices of petrol, kerosene and oil by four per cent on Tuesday and by yesterday, a number of filling stations were still selling at old rates.

While it is a fact that these retailers are still having old stock, the argument still remains, why not do the same when prices go up since there is also an element of old stock at that time.

We agree with OMCs spokesperson Chimweta Monga’s sentiments that the filling stations were supposed to implement the reduced prices by yesterday.

However the complaint that there is usually no official notification from the ERB is genuine.

The board is supposed to inform the suppliers, OMCs and all interested parties before it even calls for Press briefings so that as they announce to the nation, the concerned parties should be in the implementation stage.

We have on many occasions advised the ERB to be responsive in their dealings on matters affecting energy.

The economic development of this country depends on fuel and therefore right information at the right time should always be given and its only the ERB that can do so.

As we thank the ERB for a job well done to have fuel prices reduced, we only hope this development will be sustained because adjusting prices based on the fluctuation of the Kwacha will only mean every week, prices will be changed.

We also want to say it is wrong for OMCs that are causing artificial shortages of diesel by hoarding the commodity in anticipation of a price hike.

Mr Monga and Government have given figures of how many millions of litres of fuel expected into the country and surely, there is no cause for any shortages.

How come some filling stations in the outlying townships in Lusaka have diesel almost at all times?


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Grenzregion Kongo

[06.02.2004 - 15:07 Uhr] (Auszug aus einer Pressemitteilung von WorldVision)
Friedrichsdorf/Johannesburg (ots) -

Bis zu vier Millionen Menschen auf der Flucht

Aidsrate um 100 Prozent gestiegen

Trotz des anhaltenden Friedensprozesses in der Demokratischen
Republik Kongo (DRC), den WORLD VISION begrüßt, steuert das Land auf
eine humanitäre Katastrophe zu. "Schätzungsweise vier Millionen
Binnenflüchtlinge befinden sich derzeit auf der Flucht. Von Seiten
der Regierung gibt es kaum sichtbare Bemühungen, die Menschen wieder
an ihren Heimatorten anzusiedeln", sagt WORLD VISION-Pressereferent
Sönke C. Weiss, der gerade aus dem Kongo zurückgekehrt ist.

In den Grenzregionen zu Angola, im Westen des Landes, und nahe
Sambia, im Südosten, sei die Lage besonders gravierend.
"Tausende von
Menschen, vor allem Kinder, leiden unter Mangelernährung, Malaria,
Durchfallerkrankungen und Blutarmut, hervorgerufen durch Vitamin- und
Mineralmangel. Es gibt kaum Medikamente; fast alle Hilfswerke haben
die Regionen verlassen", sagt Weiss. Kein Tag sei vergangen, an dem
er nicht Zeuge von Kindstod und Beerdigungen geworden sei.

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05.03.2005 -
Reportage: Elend, Vergewaltigungen, Scham - die tödliche afrikanische Mixtur
Von unserer Mitarbeiterin MARTINA SCHWIKOWSKI
Das südliche Afrika ist besonders von der Aids-Epidemie betroffen - die meisten Opfer sind Frauen und Mädchen.


Johannesburg. Die Pausenglocke läutet. Aus der Klasse stürmen 50 Kinder auf den tristen Hof der Joe-Slovo-Hauptschule im gleichnamigen Township nahe Port Elizabeth, einer Hafenstadt in der südafrikanischen Provinz Ostkap. Die kleine Ayanda Ngangiles kommt schüchtern heraus. Ihre Kleidung ist zerschlissen, ihre großen dunklen Augen blicken traurig. Neun Jahre ist sie alt. "Die Großmutter schlägt das Kind", sagen die Lehrer. "Der Großvater vergewaltigt es", sagen die Nachbarn.

Das Mädchen überwand die Scham, als die Klassenlehrerin im Unterricht über Sexualkunde sprach, und erzählte ihr: "Mein Großvater macht das mit mir." Ayandas Mutter starb vor drei Jahren - an Aids. Auch viele der 800 Kinder in der Joe-Slovo-Hauptschule tragen das HI-Virus in sich und wissen es nicht. Die Zahl der Waisen unter ihnen steigt. Es gibt in der Gegend keinen Zugang zu Medikamenten, und das Tabu um die Krankheit erschwert oft den ersten Schritt, sich testen zu lassen.

In der Schwarzensiedlung, deren Hüttendächer auf den Hügeln rund um die Schule sichtbar sind, reihen sich elende Bretterbehausungen aneinander. "Die Armut trägt erheblich zur Aids-Krise bei", sagt Richard Delate, Mitarbeiter im Unaids-Büro in Johannesburg. Und: "Es werden zu wenig Kondome verteilt. Nur 19 Prozent der Menschen auf dem afrikanischen Kontinent benutzen Kondome."

Das südliche Afrika ist besonders von der Aids-Krise betroffen: In Südafrika haben sich etwa 24 Prozent der 47 Millionen Einwohner angesteckt. In Botswana und Swaziland mit Bevölkerungszahlen knapp über einer Million sind 38 Prozent der Erwachsenen infiziert. Frauen und Mädchen sind am stärksten Aids-gefährdet. So leben in Sambia und Zimbabwe 80 Prozent der jungen Frauen im Alter von 15 bis 24 Jahren mit dem tödlichen Virus.

Aber trotz des düsteren Szenarios, das seine Organisation skizziert (siehe Bericht auf Seite 3), sei es noch nicht zu spät, die Epidemie einzudämmen, meint Unaids-Mitarbeiter Delate. Behandlungen mit Medikamenten müssten verstärkt werden, fordert er, und sagt: "Wir müssen besser durchdacht arbeiten und mehr Verantwortungsbewusstsein und erheblich höhere finanzielle Mittel durchsetzen."

Doch es gibt auch jetzt schon bescheidene positive Entwicklungen. Zum Beispiel kämpfen HIV-infizierte Frauen in Botswana gegen das Aids-Stigma, indem sie den Schönheitswettbewerb "Miss Stigma Free" veranstalten. In Malawi, wo eine dramatische Ärzte-Knappheit herrscht, wurden dennoch Test- und Behandlungszentren eröffnet. "Politische Führungen können mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft gegen eine weitere Ausbreitung von HIV und Aids ankämpfen", sagt Delate.

In Ayandas Schule schimpft Samuel Blou, ein Lehrer, der noch nicht aus Frustration gekündigt hat, auf korrupte Politiker und die unzureichende Schul-Ausstattung: "Man lässt uns hängen." Ayanda macht sich derweil langsam auf ihren Heimweg. Als sie zu Hause ankommt, findet sie die Tür der Holzhütte verschlossen. Betreuung nach der Schule gibt es hier nicht. Viele Mädchen ziehen aus Verzweiflung zum Truck-Stop an der Straße, um Sex gegen Geld anzubieten. Teenager-Schwangerschaften kommen häufig vor, zum Teil sind die Mütter erst 13 Jahre alt.

Ayanda wartet, doch plötzlich kommt der Großvater um die Ecke. Sie bleibt auf Distanz. Es seien harte Zeiten, sagt der 64-Jährige. Mit seiner Pension von umgerechnet etwa 95 Euro pro Monat müssten sechs Angehörige das Auslangen finden. Auf die Anschuldigungen der Vergewaltigung reagiert er mit einer abweisenden Handbewegung: "Sehe ich so aus, als könnte ich so etwas tun?"

© diepresse.com | Wien


Naturwunder feiert Entdeckungs-Jubiläum: Victoria-Fälle sind seit 150 Jahren entdeckt

* UNESCO-Weltnaturerbe: 1,6 km breit, 130m hoch
* Sambia will Publikums-Magnet für Tourismus nutzen

Vor 150 Jahren entdeckte Afrikaforscher David Livingstone "Mosi-oa-tunya". In der Sprache des örtlichen Mukuni-Stammes: "Der Rauch, der donnert". Doch weltweit bekannt wurden die mächtigen Wasserfälle unter dem Namen, den Livingstone ihnen zu Ehren seiner Königin gab: Victoria-Fälle. Nun feierten die Nachfahren der Mukuni und der Livingstones am mächtigen Sambesi-Fluss das denkwürdige Ereignis.

Eins der sieben Naturwunder dieser Welt hatte Livingstone (1813-1873) die Victoria-Fälle genannt, die als größter Wasservorhang der Welt längst Eingang in die UNESCO-Liste des Weltnaturerbes gefunden haben. Der Sambesi, Afrikas viertgrößter Fluss, ergießt sich hier auf einer Breite von 1,6 Kilometern knapp 130 Meter in die Tiefe und grenzt Sambia von Simbabwe ab. Bevor der Staat immer tiefer ins Chaos rutschte, tummelten sich die Touristen aus aller Welt in dem Ort Victoria Falls auf simbabwischer Seite des Flusses.

Top-Attraktion für Touristen
Heute profitiert die gegenüber liegende sambische Kleinstadt Livingstone von den Segnungen des Tourismus. Die beide Staaten verbindende Brücke nutzen Bungee-Springer, in dem unter den Wasserfällen gelegenen Tal wird den Touristen Sport und Spaß aller Art geboten. Sambia hat in diesem Jahr mit der weltweiten Vermarktung seines touristischen Potenzials begonnen, bei denen die Victoria-Fälle nur ein Trumpf sind. Auch der Ethno-Tourismus soll ausgebaut werden. Das an den Wasserfällen gelegene Dorf der Mukuni beteiligt sich daran und bietet Einblicke ins Alltagsleben des Stammes.

Familiäre Feierlichkeiten
Der Mukuni-Häuptling legte auf der Livingstone-Insel eine Plakette nieder. An der Zeremonie nahmen auch der 79-jährige Livingstone-Enkel David Wilson und die Urenkel David Hubert und Deirdre Livingstone teil, die eigens aus Großbritannien anreisten. Den Nachkommen der beiden afrikanischen Wegbegleiter des schottischen Forschers hatte man erfolglos nachgespürt. Sie hatten den legendären Forschungsreisenden damals zu den Fällen geführt. (APA/red)


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Willkommen in Sambia
In Simbabwe wurden die weißen Großbauern vertrieben, im Nachbarland werden sie mit offenen Armen empfangen

VON JOHANNES DIETERICH

Ob der schmale Staubweg tatsächlich nur zu einem hundsgemeinen Farmhaus führt? "Zutritt nur mit vorheriger Vereinbarung" steht auf dem Schild vor einer Schranke, die von einem schwarz gekleideten Wärter bedient wird: "Zuwiderhandlungen werden strafrechtlich verfolgt." Über ein Walky-Talky gibt der Wachmann unsere Namen und die Autonummer weiter und winkt uns schließlich durch: "Tja, nicht einmal hier sind wir wirklich sicher", sagt Graham Rae, als er uns in kurzen Khaki-Hosen vor seinem malerisch auf einem Hügel gelegenen Farmhaus empfängt.

Polizeischutz für die Farmer

Kürzlich, erzählt der 47-jährige Landwirt, seien eines nachts drei Männer in seinem Garten aufgetaucht. Vom Nachbarn bemerkt hätten sie sich wieder aus dem Staub gemacht: Später habe sich herausgestellt, dass die drei Eindringlinge der simbabwischen Geheimpolizei CIO angehörten. Graham Rae gilt als Erzfeind in seiner alten Heimat Simbabwe. Der Chef der simbabwischen Luftwaffe, Perence Shiri, hat sich dort Raes Farm "Hopedale" in der zentralen Mashonaland-Provinz unter den Nagel gerissen; und mit Raes Landwirtschaftsmaschinen tuckern heute die Angestellten des Bruders des Zentralbankchefs, Gideon Gono, durch die Gegend.

Simbabwes Landreform
Seit 2001 enteignet und vertreibt das repressive Regime Simbabwes systematisch weiße (Groß-)Bauern. So versucht die Regierung von Robert Mugabe ihren unmittelbaren Einfluss auf die (schwarze) Landbevölkerung wieder zu verstärken und jede Opposition zu unterbinden.

Bei gewaltsamen Übergriffen starben mehrere Menschen. Die Folgen: Die Landwirtschaft des Landes liegt am Boden, 3,8 Millionen Menschen leiden derzeit an Hunger. fr
Graham Rae war einer der ersten, dessen Gut im Rahmen der simbabwischen "Landreform" 2001 enteignet wurde. Die 1000 Hektar große Farm sei einfach "zu gut" gewesen, um dem Zugriff der diebischen Regierung zu entgehen, meint der einst mit Prämien überhäufte Landwirt. Nachdem er in seinem Farmhaus eingesperrt, verprügelt und vom Gouverneur höchst selbst mit dem Tod worden war, wusste Rae, was zu tun war: Er packte seine Sachen - zumindest einen Teil davon - und machte sich ins Nachbarland Sambia davon. Dort wurden weiße Farmer mit offenen Armen empfangen: Rae erhielt sogar persönlichen Polizeischutz, damit ihm die CIO-Agenten nicht wieder auf die Pelle rücken.

Nicht einmal vom hochgelegenen Farmhaus aus sind die 24 000 Hektar des Penyaonse genannten Gutes ganz zu überblicken: Wenn Graham Rae die von ihm verwaltete Farm mit dem Landrover umfahren will, ist er einen halben Tag lang unterwegs. Rae hat Penyaonse gemeinsam mit fünf Anlegern aus Simbabwe, Sambia und Großbritannien auf 99 Jahre geleast (privaten Landbesitz gibt es in Sambia nicht). Das Management der Farm wurde dem diplomierten Landwirt Rae überlassen.

"Afrika etwas bieten"

"Sie sind gut, hoch produktiv und absolut professionell", wird uns Landwirtschaftsminister Mundia Sikatana in der zwei Autostunden entfernten Hauptstadt Lusaka später sagen: "Deshalb haben wir die simbabwischen Farmer herzlich willkommen geheißen." Sambia sei ein riesiges und dünn besiedeltes Land, das einige zusätzliche Nutznießer gut gebrauchen könne. "Außerdem können wir von den Simbabwern einiges lernen." Bis heute hat Sambia bereits 200 heimatvertriebene Bauern aus dem Nachbarland aufgenommen - andere wurden von den Regierungen in Mosambik, Malawi oder gar dem fernen westafrikanischen Nigeria weg geschnappt. Zuhause als neokolonialistische Ausbeuter verschrien, reißen sich ideologisch weniger erhitzte Staaten fast um die weißen Bauern: "Ich denke schon, dass wir Afrika etwas zu bieten haben", meint Graham Rae selbstbewusst.

Farmen im trockenen Süden des Kontinents ist kein Zuckerschlecken. Eine Dürre jagt die andere - im vergangenen Jahr hat Sambia so wenig Niederschlag wie seit Jahrzehnten nicht gehabt. Nur 400 kommerzielle Farmer haben sich auf der staubigen Erde des ehemaligen Nord-Rhodesien behaupten können: Über 95 Prozent von ihnen sind weiß, schwarze Großbauern gibt es in Sambia so gut wie nicht. "Wir haben uns immer von unseren simbabwischen Nachbarn ernähren lassen", erläutert Agrarminister Sikatana: "Als guter sozialistischer Staat schickten wir unsere Leute einst nach China, um dort Kommunismus statt Landwirtschaft zu lernen."

Mittlerweile hat sich das Verhältnis Sambias zu seinem Nachbarn umgekehrt. Sambia importiert heute selbst Lebensmittel in das zu Grunde gerichtete Simbabwe - vor allem aber versucht es, die durch den Kollaps des Mugabe-Staats gerissenen Handelslöcher zu füllen. Exportierte Simbabwe einst als zweitgrößter Tabakproduzent der Welt jährlich 230 Millionen Kilogramm des unter Zigarettenherstellern höchst begehrten (weil nikotinreichen) Virginia-Tabaks, so ist die Produktion inzwischen auf knapp 80 Millionen Kilogramm zusammen geschrumpft. Dafür konnte Sambia seinen Export von 3,5 Millionen auf 20 Millionen Kilogramm steigern: Ein Zuwachs, der ausschließlich den Farmer aus Simbabwe zu verdanken ist.

Neid bei alteingessenen Landwirten

Auch Graham Rae baut auf 500 Hektar Tabak an, neben Soyabohnen (350 Hektar), Getreide (200 Hektar) und Saat-Mais (700 Hektar). Auf Penyaonse wird derzeit ein Viertel des gesamten Saatguts der staatlichen Firma Seedco produziert: Bevor die Simbabwer kamen, lag Seedco im Tiefschlaf. Um die bislang lediglich als Ranch zur Viehhaltung benutzte Farm auch für den Ackerbau zu nutzen, mussten Graham Rae & Co sechs Millionen US-Dollar in den Bau von Dämmen und Bewässerungsanlagen investieren. Rae, der durch die Enteignung eigenen Schätzungen zu Folge zwei Millionen Dollar verlor (und keinen Cent Entschädigung erhalten hat), steckte sein gesamtes für die Ausbildung seiner drei Söhne gespartes Restguthaben in den Betrieb.


Völlig spannungsfrei ist das Verhältnis der Umsiedler zu ihrer neuen Heimat allerdings nicht. Die alteingesessenen sambischen Farmer verfolgten offenbar voller Neid, wie den Simbabwern als Starthilfe günstige Kredite und Steuernachlässe eingeräumt wurden, während schwarze Sambier ob des Rufs der Vertriebenen als eingefleischte Rassisten erschauerten. "Wir haben ihnen unmissverständlich klar gemacht, dass sie hier in ein Land von Gleichen kommen", sagt Landwirtschaftsminister Sikatana: "Und dass sie ihre Angestellten anständig zu bezahlen haben."

Als er in Penyaonse ankam, hätten sich Männer vor ihm auf die Knie geworfen, um Jobs zu erflehen, berichtet Graham Rae. Heute beschäftigt der Großbauer 2500 Farmarbeiter, von denen sich allerdings die meisten mit dem sambischen Mindestlohn von monatlich 200 000 Kwacha (rund 40 Euro) zufrieden geben müssen. Immerhin lässt der Simbabwer für die Arbeiter Backsteinhäuschen errichten und hat auch schon eine kleine Klinik gebaut. "Wahrscheinlich haben wir in Simbabwe den Fehler begangen, uns viel zu sehr zu isolieren", räsoniert Rae auf der Farmhaus-Veranda bei 35 Grad im Schatten. "Wir unterhielten unsere eigenen Krankenhäuser, Clubs und Schulen, galten als fürchterlich arrogant und hatten mit der Mehrheit der Bevölkerung kaum etwas zu tun." Das soll in Sambia anders werden, hat sich der weiße Unternehmer vorgenommen: Er habe schon viel mit Kleinfarmern aus der Nachbarschaft zu tun, die er, so gut es geht, berate. "Ich will hier nämlich als Gewinn und nicht als Last gesehen werden."

Ndambo Ndambo, Generalsekretär der Nationalen Farmersunion, die in Sambia anders als in Simbabwe sowohl schwarze Kleinbauern wie weiße Großfarmer vertritt, hat die neuen Mitglieder mit offenen Armen empfangen. "Die Simbabwer sind professionell, sehr produktiv und akzeptable Arbeitgeber. Wenn es vereinzelt mal zu Klagen kam, handelte es sich meist um Missverständnisse." Er habe gegen die Entscheidung der Regierung, die im Nachbarland verhassten Großbauern ins Land zu holen, ganz und gar nichts einzuwenden, sagt der Farmersfunktionär: "Im Gegenteil, wir hätten gern noch mehr von ihnen."

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